PAXMAL – Friedensvision in Granit

Dem Monument über dem Walensee vor den aufsteigenden Wänden der Churfirsten liegt der Urgedanke des Friedens zu Grunde. Es ist eine Huldigung an den «umfassenden, schaffenden und guten Menschen». Diese Inschrift ist an einem Pfeiler angebracht.

1913 erkrankt Karl Bickel (1886–1982) schwer. 13 Monate musste er in der Folge im Lungensanatorium Walenstadtberg zubringen. Er sagt sich: «Wenn ich davonkommen sollte, gelobe ich, mein Leben sinnvoll zu gestalten.» Auf Grund dieses Versprechens wird das Paxmal von 1924 bis 1949 erbaut.

Sechs Pfeiler prägen die Tempelansicht. Die zwei seitlich vorgezogenen 16 m langen Mosaikwände umschliessen mit der Tempelfront einen Innenhof. In je sechs Bildern ist auf der linken Aussenmauer «Das körperliche Leben», rechts «Das geistige Leben» dargestellt. Das Mittelbild «Das Atelier» in der Halle bedeutet die Vollendung der Gemeinschaftsbildung. Links davon ist die «Die kleine Gemeinschaft», rechts «Die grosse Gemeinschaft» zu erkennen. Die Mosaikfiguren können jedoch ihre formalen Vorbilder – Michelangelo, Hodler – nicht verleugnen.

Im Mosaikbild «Die grosse Gemeinschaft» ist in der linken unteren Ecke eine Selbstdarstellung des Künstlers, eine Rückenfigur, zu entdecken. Da sitzt der Künstler mit geneigtem Haupt, mit freiem Oberkörper und währschafter Arbeiterhose: ein Selbstportrait in Anlehnung an die Tradition mittelalterlicher Malerei, wo der Auftraggeber oder der Künstler in Gesellschaft von heiligen Platz bezieht.

 

Geschrieben in Tscherlach, St. Gallen, Switzerland.

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