5 Monate Vegan … und jetzt?

Der Artikel schlummert nun seit dem 25. Januar als Entwurf im WordPress-Backend. Ich habe ihn damals in einem Rutsch runter geschrieben und hatte die vergangenen Wochen keine Lust ihn nochmal zu überarbeiten. Darum veröffentliche ich ihn jetzt einfach. Ich weiss, dass er hier und da mit der heissen Nadel gestrickt ist, aber manchmal müssen Sachen einfach raus, weil es Zeit ist… Danke an HappyBuddha für den Anstoss 👍


Der Titel ist absichtlich kurz und knackig gewählt. Richtigerweise sollte er «Fünf Monate pflanzenbasierte Ernährung – ein Rück- und Einblick» lauten, aber das Wort #Vegan polarisiert, weil es sooooo extrem ist!!!11elf  (dazu später mehr).

 

Der Anfang

Ich muss – bevor ich mit dem eigentlichen Sinneswandel anfange – erwähnen, dass «Gesunde Ernährung» schon lange bei uns ein Thema ist und eine wichtige Rolle spielt. Aber nun zum Thema: Kein Fleisch, grundsätzlich keine tierischen Produkte essen. Wieso? Das fing auf der Arbeit an. Eine neue Arbeitskollegin hat mich nach und nach für dieses Thema sensibilisiert. Mich angeregt über den Tellerrand zu schauen, darüber nachzudenken, wie das entsteht, was wir als selbstverständlich betrachten: Abgepackte Fleisch- & Wurstwaren und verarbeitete Milch im Supermarkt. Ich vergessen den Moment nicht, als ich den Film «Hope for all» gesehen habe. Nach dem Film war für mich klar, ich esse kein Fleisch mehr und auch Milchprodukte fallen flach. Zwei Aspekte haben mich berührt: Gesundheit und Umwelt. Das Tierleid habe ich als gelernter Fleischer erst später verarbeitet.

Die Gründe

Gesundheit
Es ist unbestritten, dass der westliche Ernährungsstil für die meisten aktuellen Wohstanderkrankungen wie Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen (mit)verantwortlich ist. Dass rotes Fleisch im Verdacht steht, bei regelmässigem Verzehr das Krebsrisiko zu erhöhen ist Fakt. Das Milch und dessen Folgeprodukte in der gleichen Liga spielen, auch. Ich bin mir durchaus bewusst, dass sich Studien beider Parteien den Rang ablaufen wollen. Aber wenn man sich mit dem Thema befasst, steht man eher auf der Seite der «Verschwörungstheoretiker». Denn wer nicht blind durchs Leben läuft, weiss dass das System krank ist, weil der Profit zählt, nicht die Gesundheit der Konsumenten … und wir werden (um es hart zu sagen) systematisch vergiftet. Industriell verarbeitetes Essen kommt bei uns schon lange nicht mehr auf den Teller. Und neuerdings verzichten wir halt auch auf den Restrisikofaktor.

Umwelt
Das uns der Planet Erde nicht unendlich viele Ressourcen bieten kann, sollte jedem klar sein … aber uns war das vorher nicht so bewusst, was das System «Massentierhaltung» der Umwelt antut. Wie lange kann die Menschheit sich den Egoismus noch leisten? Der Klimaschaden ist enorm (je nach Studie werden ihr bis 51 Prozent der gesamten vom Menschen verursachten Treibhausgase zugeschrieben), die Flächennutzung (70 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen werden für Tierhaltung und Futtermittel verwendet, Regenwald und andere artenreiche Flächen werden sinnlos abgeholzt und in Monokulturen umgewandelt, Überfischung der Meere, Welthunger), Ressourcenverschwendung (die Haltung von Tieren ist äußerst ineffizient. Für ein Kilogramm Rindfleisch werden bis zu 16 Kilogramm Getreide benötigt, für die „Produktion“ von 1 Kilogramm Fisch aus der Aquakultur werden zuvor 22 Kilogramm Fisch gefangen und zu Fischmehl verarbeitet.) Wasserverschwendung und -verschmutzung (es stecken hinter der Produktion von einem Kilogramm Fleisch bis zu 15.500 Liter Wasser, (Trinkwasser)-verschmutzung durch Pestizide, Herbizide und Medikamente, durch die Gülle wird das Grundwasser und der Boden unter anderem mit Nitraten und Phosphaten belastet).

Ethik
Du kannst es dir nicht vorstellen, wie grausam der Mensch sein kann und wie fürchterlich Lebewesen leiden müssen. Kurzfassung: 60 Sekunden, die Ihr Leben verändern

Das alles  ist nur an der Oberfläche gekratzt. Wer weitere Informationen sucht, findet unten noch mehr Material, um die die Tiefe des Abgrunds vorzustossen …

Die Praxis

Also, wie gesagt, hat mir/uns der Film «Hope for all» erstmal die Augen geöffnet und irgendwie hat sich im Oberstübchen etwas geregt, was zum Schluss dazu führte, dass wir uns nun seit 5 Monaten zu 99% Vegan ernähren (das 1% heben wir uns auf, um gesellschaftsfähig zu bleiben). Rotes Fleisch wurde selten gegessen (meistens Bio-Qualität, aber selbst da sind 5% Antibiotika erlaubt, und das Tier leidet und stirbt auch mit Bio-Siegel), Poulet gab es oft, aber hat man ein wenige Monate altes gemästetes Huhn im Hinterkopf, vergeht es einem auch schnell, Fisch ( besonders Lachs) stand auch auf dem Speiseplan (Antibiotika, Quecksilber: nein, danke). In meiner Fitnessphase habe ich tierisches Eiweiss in Massen verzerrt (Krebs: nein danke). Auf Käse zu verzichten, hatte ich nicht so das Problem mit, Freundin hier und da schon (Käse und Wein: lecker) … aber auch die Lust darauf nimmt mit der Zeit nach. Auf einem Vegan-Workshop wurde erzählt, dass in Käse ein Suchtmittel ist (Casomorphine).

Lange Rede, kurzer Sinn: Was hats gebracht!?
1. Wohlbefinden
2. Karmapunkte
3. Negatives

  1. Durch die ausgewogene und geplante pflanzliche Ernährung fühlen wir uns super, sind weniger schlaff und müde, die Verdauung macht keine Probleme mehr. Ganz nach dem Motte: «Eure Nahrung sei eure Medizin und eure Medizin eure Nahrung». Sicher kann man das auch erreichen, wenn man weniger Fleisch ist. Aber dann kommt das Thema Ethik wieder dazwischen :-/
  2. Wir tuen Gutes: Wir reduzieren aktiv das Tierleid, indem wir keine Tiere mehr essen und finanziell ProVeg und SwissVeg unterstützen.
  3. Abundzu mehr pupsen… Scherz beiseite :-) Wer ein ausgefüllten Sozialleben hat, stösst manchmal an seine Grenzen. Das vegane Angebot in Restaurants etc. nimmt zwar gefühlt zu, aber es ist halt immer noch mühsam (dafür sind dann die 1% Vegetarisch gedacht). Das gesellschaftliche Ansehen, wenn man sich als Veganer outet, ist ziemlich unterschiedlich. Die einen nicken mit dem Kopf und denken sich ihren Teil, andere zeigen Interesse und dann gibts den Teil, dem man sich erklären soll, um dann vor den Kopf gestossen zu werden… «veganer Bullshit», Extremist etc. muss man sich dann anhören. Die Ernährung bzw. Lebensweise umzustellen, ist ein Prozess und man durchläuft viele Stationen… ein Tipp: Macht nicht den gleichen Fehler wie ich, und spielt Euch zum Erzieher und Lebensretter auf.

Fazit

Sich vegan zu ernähren ist nicht schwer. Es gibt für fast alles ein Ersatz (mehr oder weniger gut), aber es ist nicht das Ziel, für jedes tierische Produkt einen gleichwertigen Ersatz zu finden (fragwürdig verarbeitet). Wir experimentieren gerne, was das Essen angeht. Lob an die Frau, die kocht und backt was das Zeug hält … manchmal mit Rückschlägen, aber wir werden immer satt ;-). Das sich der Geschmackssinn verfeinert, habe ich erwähnt? Wer mal mit dem Rauchen aufgehört hat, weiss, was ich meine.


Abschliessend noch ein paar Inspirationen:

Filme

  • Hope for all
  • Earthlings
  • What the Health
  • Cowspiracy
  • More than Honey

(Hör-)Bücher

  • China Study – Die wissenschaftliche Begründung für eine vegane Ernährungsweise
  • Ich bin dann mal Vegan – Glücklich und fit und nebenbei die Welt retten
  • Die Milchlüge – Die Milch macht’s leider doch nicht
  • Vegan in Topform – Der vegane Ernährungsratgeber für Höchstleistungen in Sport und Alltag
  • Easy vegan: 140 Lieblingsrezepte von Burger bis Schokokuchen
  • Vegane Lunchbox: Einfach, schnell, vegan – immer und überall

Webseiten

Apps

  • PETAZWEI Einkaufsguide
  • vanilla bean
  • CodeCheck
  • Saisonkalender

PS.: Meine Werte sind ok! Keine Mangelerscheinungen … vorletzte Woche erst geprüft.

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