RAW ist doch nur was für Faule …

Bevor ich anfange: Ja, ich nutze immer noch Apples Aperture! Warum nicht? Es funktioniert, es kann alles, was ich brauche. Ausserdem ist der Umzug von ca. 55’000 Fotos nicht so lustig, wenn etwas schief geht. Auch der Workflow, die Plugins und Presets sagen: Bleib doch!

Nun gut. Wieso diese Zeilen? Ich habe ein Platz- und Performanceproblem (beseitigt). Die Aperture-Fotolibrary war bis vor kurzem 458.37 GB gross. Das Backup auf meiner Synology Diskstation und zum Amazon Cloud Drive hat Ewigkeiten (letztere ca. 18 Tage als Komplettbackup) gedauert. Ich will damit nicht sagen, dass es jetzt schnell geht, das nicht … aber schneller 🙂

Dieses Thema hat mich zum Thema Fotografie ansich gebracht: RAW vs. JPG. Meine RAWs aus der Fuji X-Pro1 und X100s sind im Schnitt zwischen 28 und 35 MB gross. Die JPGs um ein zehnfaches kleiner. Das ist ein grosser Unterschied. Dies brauchte mich wiederrum zum nachdenken, wieso knippse ich alles in RAW+JPG und importiere, verarbeite und katalogisiere meistens die RAWs. Platzverschwendung.

  1. Schnappschüsse in RAW = Schwachsinn ( *die JPGs sind völlig ausreichend )
  2. RAWs nur aus Faulheit = man kann ja alles in der Post *verbessern*
  3. weniger mit der Aufnahme beschäftigen: Klick und gut
  4. die wenigstens Fotoknippser brauchen RAW-Qualität und oder mehr als 12 MB

Hier sieht man die Unterschiede der Speichergrösse von RAW und JPG.

Zurück zu Aperture
Ich habe mir nun vorgenommen, irgendwie alle RAWs loszuwerden. Da ich aber seit ca. 2012 meistens RAW aktiviert habe, wäre das eine Lebensaufgabe, die manuell als JPG zu exportieren und wieder in das Projekt zu importieren. Also Google angeworfen und in längst toten Aperture-Foren nach einer Lösung gesucht. Nach knapp 20 min habe ich die Lösung gefunden und $1.99 per Paypal bezahlt.

This Script is designed to save disk space by converting large Master files (usually RAW) to a smaller,
compressed format (usually JPEG).

Nach dem Kauf und Download habe ich das Script nach der Anleitung installiert sowie diese kurz überflogen. Und danach konnte es losgehen: Zig tausend RAW-Dateien konvertieren und den Mac Mini zum Glühen bringen. Es hat cirka 4 Abende gebraucht, die Projektordner nach RAWs zu filtern, auszuwählen, das Script zu starten und später die konvertieren RAWs zu löschen.

 

Bisheriges Ergebnis: ~96 GB eingespart!

Vorher

Nachher

 

Und jetzt!?
Ich weiss schon, was der/die eine oder andere jetzt denkt. In den Zeiten, wo Speicherplatz in Form von externen Festplatten fast nichts mehr kosten, sind 96 GB doch ein Witz … und das Ganze die Mühe nicht wert. Falsch gedacht! Hier kommt zusätzlich der Einwand mit der Geschwindigkeit. Apples Aperture ist nicht dafür bekannt, grosse Fotodateien schnell zu bearbeiten und/oder anzuzeigen  … besonders grosse RAWs brauchen Zeit. Da manche Projektordner mit bis 1500 Urlaubsfoto (zu 90% nur Schnappschüsse) gefüllt waren, war es schon mühsam. Das ist nun erstmal Geschichte.

Was habe ich daraus gelernt:

  1. beide Kameras auf «Fine JPG» stellen
  2. Aufnahme danach prüfen (im RAW Modus war egal, ob überbelichtet, falscher WB etc.)
  3. Wenn im RAW-Modus fotografiert wurde, dann in Aperture «entwickeln», konvertieren und nur das JPG behalten, das RAW-File löschen

Mit der schmaleren JPG-Fotobibliothek fühlt sich Aperture sehr angenehm an. Das Darstellen und das Scrollen der Fotos ist viel schneller geworden. Ich hatte sogar überlegt, die 16 MP-Fotos auf 2400 Pixel Kantenlänge zu verkleinern.
Weil wozu brauche ich über 4800 px breite Fotos? Egal … nicht übertreiben 😉

Was mir auch im Zug dessen aufgefallen ist: Ich mache viel mehr Fotos mit dem Handy.

 

*Apropos Qualität: Diese Aufnahmen ist JPG SOOC!

Fuji X100s

[exif id=“29726″]

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