Testfahrt mit Jaguar XK E50 und Mercedes SL 500

Rasante Fahrt in den Frühling

Den Bildschirm gegen das Gaspedal tauschen, kann zu einem Erlebnis der besonderen Art werden. Medienbuero-Grafiker Oliver Hartmann , bekennender Autofreak, genoss seine Fahrten mit dem Jaguar XK und dem Mercedes SL 500 bei herrlichem Frühlingssonnenschein.

Der Tag begann mit der freundlichen Übergabe des Jaguar XK – dem Luxuscabrio mit dem gewissen Etwas. «Das erste Aha-Erlebnis hatte ich schon, nachdem ich den Startknopf drückte und der V8-Motor zum Leben erwachte. Dieser Sound … herrlich», erzählt Oliver Hartmann. Nachdem das Stoffverdeck des Briten geöffnet war, was in knapp 20 Sekunden geschieht, konnte die kleine Tour über die Bündner Bergstrassen beginnen. Frieren musste er dabei nicht, denn die Heizung reagiert sehr schnell und auch bei 7°C  Aussentemperatur, bleibt der Jaguar gemütlich warm. Das hohe Drehmoment von 515 Nm ermöglicht entspanntes Cruisen und garantiert Leistung in jeder Lebenslage – in Stufe S darüber hinaus. Das Interieur beschreibt der Grafiker als elegantes, chromverziertes, englisches Wohnzimmer. Die Ausstattung und Verarbeitung ist der Preisklasse entsprechend hochwertig. Was vermisst wurde: Eine Rückfahrkamera. Mit dem straffen, dennoch sehr komfortablen Fahrwerk lassen sich problemlos Kurven sehr sportlich anfahren und wenn die Musik dann auch noch passt, wird aus einer Fahrt mit dem V8 ein herrliches Abenteuer. Den Motor dirigierte er oft und gerne mit schwunghaftem Betätigen des Gaspedals, was einen Testverbrauch von rund 18 Liter/100km verursachte. Der Aussencheck ergab, dass der Kofferraum nicht Golfbag-tauglich ist – dieser müsste auf den «Rücksitzen» platziert werden. Aber ginge es nach Oliver Hartmann, würde er am Golfplatz vorbei fahren und die frische Bergluft offen im Jaguar XK geniessen …

Sportlichkeit und Komfort im SL 500
«Wie mich der Jaguar an ein elegantes, britisches Wohnzimmer erinnert hat, würde ich den Mercedes als rassiermesserscharfen Nadelstreifenanzug bezeichnen.» Der neu vorgestellte SL 500 steht jungfräulich mit 10km vor mir. Nach einer kompetenten Einführung in alle die technischen Spielereien, nehme ich Platz und ja, was ich sehe, gefällt mir», schwärmt Oliver Hartmann. Der Mercedes SL 500 ist sportlich-straff organisiert, das Interieur besticht durch eine harmonische Kombination von schwarzem Leder, Alu- und Chromelementen. Nichts fehlt, nichts ist zu viel. Erste Enttäuschung nach dem Starten: Er ist leise. Ok, auf die Autobahn. Oliver Hartmann streichelt das Gaspedal und der 4,7-Liter-Achtzylinder nimmt dezent Fahrt auf. Nach der Warmfahrphase entlockt man auch ihm sportliche Töne, die fauchen, sobald man fester zutritt. Der SL 500 fährt auch bei sportlicher Fahrweise wie auf Schienen und dabei wird man von dem 700Nm so in den Sitz gedrückt, dass nur ein Gedanke bleibt: «Sind Kreditkarten und Ehering sicher verstaut oder fliegen sie durchs Cockpit?», schmunzelte Oliver Hartmann nach der Testfahrt bei der er, trotz diverser Beschleunigungsorgien, den Benzinverbrauch bei 14L/100km halten konnte. Daran dürfte die Start-Stopp-Automatik im ECO-Modus einen Anteil haben. Auch für einen Golftag oder gar eine kleine Golfreise ist der rassige SL 500 wie geschaffen. Im Kofferraum findet ein Golfbag und kleines Reisegepäck für zwei Personen locker Platz.

Beide Autos liegen auf hohem Niveau. Die Verarbeitung ist bei beiden ohne Makel. Echt-Leder soweit das Auge sehen kann. Der Jaguar besticht durch sein elegantes Äusseres und durch seinen in allen Lebenslagen erhabenen Achtzylinder. Entspanntes Cruisen in edlem beigen Leder. Die Bedienung der Elemente ist selbsterklärend und sie sind gut erreichbar. Als Golfer wäre der Kofferraum zu beanstanden.

 Der Roadster von Mercedes ist technisches Know How auf vier Rädern. Die vielen Knöpfe und Einstellungsmöglichkeiten verleiten den Neugierigen zum ausprobieren – z.B. die visuelle Darstellung der einzelnen Sitz- oder Fahrwerkseinstellungen auf dem grossen Mittelkonsolen-Display lassen das Herz eines jeden technik-verliebten Autofahrers höher schlagen.

 

«Hätte ich die Wahl, ich würde beide Autos nehmen. Den Jaguar, um zu zweit auszufahren. Den Mercedes, um alleine die Pässe unsicher zu machen. Aber das bleibt ein Traum, ein Traum von einem Auto …»

 

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